Reisebericht: Faszination Island mit Trendtours

Die 8 bzw. 9-tägige Flugreise nach Island mit Trendtours gefiel uns sehr, weil sie für Leser der ADAC Motorwelt mit 200 Euro Rabatt angeboten wurde. Für 1199.- Euro eine Woche nach Island - das war verlockend. Und in der Tat war das Programm faszinierend, weil neben einer Walbeobachtungsfahrt zwei weitere Ausflüge zu den Wasserfällen und Geysiren sowie zur Südküste inbegriffen waren. Das hörte sich alles sehr gut an und deshalb haben wir diese Tour gebucht. Hier ist der Reiseverlauf aus dem Prospekt von Trendtours:

Allerdings fiel uns bei näherer Betrachtung des Prospekts auf, dass ja von den 7 Tagen auf der Insel vier freie Tage zur freien Verfügung standen. Die mussten ausgefüllt werden. Wenn man nach Island fährt, will man ja die Insel näher kennenlernen, also buchten wir zunächst 2 weitere Ausflüge hinzu, nämlich "Westisland mit Gletscherabenteuer" und die Halbinsel Reykjanes mit der Blauen Lagune".  Beide Ausflüge zusammen kosteten 348.- Euro pro Person bei Vorausbuchung. Im Internet recherchierten wir über die angebotenen Hotels und kamen zu dem Schluss, dass wir lieber in zentraler Lage in Reykjavik wohnen wollten als in den angebotenen einfachen Hotels in Hafnafjördur. Der Wunsch schlug mit 245 Euro pro Person zu Buche. So ergab sich dann für uns mit Saisonzuschlag von 150 Euro für den Juli und den Flughafenaufpreis von 40 Euro ab Düsseldorf ein Gesamtpreis von 2151.- Euro. Das war schon ein gewaltiger Unterschied zu den angepriesenen 1199.- Euro und wir mussten tief Luft holen, denn für zwei Personen kostete der Spaß 4302.- Euro! Wir haben jetzt begriffen, wie geschickt Trendtours die Reise zusammengestellt hat.
Dennoch buchten wir alles bereits im Dezember 2017 und bezahlten unsere Anzahlung in Höhe von 20% des Reisepreises. Wie sich alles entwickelte und was wir erlebt haben, will ich im Folgenden berichten:

Freitag, 22.6.2018

Wir erhalten unsere Reiseunterlagen mit dem Hotelvoucher und den gebuchten Zusatzleistungen. Die Abflugzeiten mit Eurowings sind ärgerlich, weil es Nachtflüge sind. Wir hatten gehofft, einen Direktflug von Düsseldorf nach Reykjavik zu bekommen, erfahren aber jetzt, dass es erst nach Hamburg geht und wir dort umsteigen müssen. Das ist auch bei der Rückreise der Fall.
Dazu bekommen wir eine Buchungsnummer und die Information, dass wir 23 Stunden vor Abflug online einchecken können. Ziemlich ärgerlich ist, dass wir nicht wissen, in welchem Hotel wir übernachten werden. Trendtours weigert sich auch bei einem telefonischen Anruf, darüber eine Aussage zu machen. Eigentlich komisch, denn inzwischen müssten doch die Zimmer gebucht sein.
Als Ansprechpartner vor Ort bekommen wir die Telefonnummer der Gästebetreuung vor Ort. Vielleicht hätten wir auch dort in Island anrufen sollen, denn die Gästebetreuerin müsste ja eigentlich wissen, in welches Hotel sie uns bringen müsste... Aber das haben wir verpasst.

Mittwoch, 11.7. 2018

Es ist schon seltsam, bei diesem schönen Wetter hier in Deutschland nach Island fliegen zu wollen, wo es zur Zeit 7° -12°C sind. Für die nächsten Tage sind für das Rheinland Temperaturen von 29°-32°C angesagt. Die ersten Schwierigkeiten zeigen sich beim Online-Check-In, der nach den Angaben von Eurowings bereits 72 Stunden vor Abflug erfolgen kann. Es sind zwar nur 24 Stunden vorher, aber es klappt einfach nicht, weil der Online-Check-In nur mit komplett gewählten Sitzplätzen möglich ist. Und dafür will Eurowings jeweils 6,83 € für normale  Sitze bzw. 10 € für  Sitze mit erweitertem Fußraum haben. Für den Flug von Düsseldorf nach Hamburg brauchen  wir keine reservierten Sitze, für den 3-stündigen Flug von Hamburg nach Reykjavik hätten wir die aber gern. So zahlen wir also 40 Euro für die Sitzplätze hin und zurück, können aber dennoch nicht einchecken.
Wir sind ziemlich sauer auf die Firma Trendtours, weil wir nicht wissen, welches Hotel unser Ziel in Island ist. Wir haben zwar Kofferanhänger von Trendtours bekommen, wissen aber nicht, was wir darauf schreiben sollen. Wenn unsere Koffer verloren gehen, müsste man ja schließlich wissen, wohin sie nachgeschickt werden sollen.

Donnerstag, 12.7. 2018

Das Einchecken am Automaten im Flughafen Düsseldorf klappt auch nicht, aber am Schalter bei Eurowings schließlich doch. Wir fliegen pünktlich um 20:45 Uhr ab und sind eine Dreiviertelstunde später in Hamburg. Am Gate 38 soll die Maschine nach Keflavik um 22:30 Uhr starten. Dort erfahren wir, dass wir auf eine Maschine aus Amsterdam warten müssen, die 40 Minuten Verspätung hat. Um 23:45 Uhr geht es schließlich weiter und wir sitzen auf unseren vorgebuchten Plätzen 6E und 6F. Die Mitternachtssonne sieht aus 11000 Metern Höhe fantastisch aus und ich ärgere mich, dass ich meine Kamera im Gepäckfach gelassen habe. Ich will aber die schlafenden Passagiere neben mir nicht wecken. Es bleibt immer bläulich hell und die Crew lässt die Beleuchtung im Flugzeug an.
3 Stunden später landen wir auf dem Flughafen Keflavik, der sich 50 km westlich von Reykjavik befindet. Durch die Zeitverschiebung von 2 Stunden ist es jetzt hier 0:15 Uhr Ortszeit.
 

Freitag, 13.7.2018

Die Koffer sind relativ schnell auf dem Gepäckband und meine Frau geht derweil in den Duty Free Shop und kauft eine Flasche Jim Beam für unsere tägliche Happy Hour. Das war ein guter Tipp aus unserem gedruckten Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag, den ich nur unterstreichen kann: Kaufen Sie unbedingt direkt nach der Landung im Flughafen die alkoholischen Getränke ein, denn die sind in Island unverschämt teuer! Für die 1 l -Flasche Whiskey bezahlten wir hier umgerechnet 18 Euro, während die 0,7 l -Flasche im staatlichen "Vinbudin" (= Weinbude) 56 Euro kostet! Wie das mit anderen Sachen ist, weiß ich nicht, aber wahrscheinlich sollte man sich im Duty Free Shop damit eindecken.

In der Ankunftshalle wartet unsere Reiseleiterin Deborah und verweist uns auf einen wartenden Bus auf dem Parkplatz. Den finden wir durch den Nieselregen bei 7°C  und hoffen auf ein bisschen Aufwärmen im Bus. Vorerst müssen wir aber erst einmal eine Dreiviertelstunde warten, denn bei vier Gästen ist das Gepäck nicht mitgekommen und wir müssen warten, bis die Verlustmeldungen ausgefüllt sind und die Reiseleiterin sie zu unserem Bus bringt. Um 01:45 Uhr können wir endlich abfahren und erhalten von der Reiseleiterin einen Umschlag mit den wichtigsten Informationen und der Chipkarte für das Zimmer. Wie vermutet ist es das Hotel Klettur.
Das ist gut organisiert, aber hat natürlich auch Selbstzweck, denn die Reiseleiterin steigt mit ihrer Assistentin schon vor Reykjavik aus und will zu Hause noch etwas Schlaf haben. Für uns ist es schließlich 03 :00 Uhr, als wir im Zimmer 309 ins Bett fallen. Den Koffer lassen wir halb unausgepackt, weil sowie im kleinen Wandschrank kein Platz für die Kleider ist. Glücklicherweise funktioniert die Fußbodenheizung im Zimmer gut, denn wir sind ganz schön durchgefroren.

3 1/2 Stunden Schlaf haben wir uns gegönnt, denn wir wollen um 7:00 Uhr beim Frühstück sein und das in Ruhe genießen, weil um 9: 15 Uhr der Bus zur Stadtrundfahrt starten soll.
Der Frühstücksraum mit 100 Sitzplätzen hat das Ambiente einer Jugendherberge und von Frühstück genießen kann keine Rede sein. Alles geht mit Selbstbedienung, aber immerhin ist das Frühstückbüffet recht ordentlich. Neben Müsli, Porridge, Marmeladen und Aufschnitt gibt es auch Gemüse und Fisch. Verschiedene Brotsorten sind auch vorhanden und die Kaffeemaschinen funktionieren einwandfrei. Wir amüsieren uns über die halbierten Bananen und geviertelten Apfelsinen. Auch die hart gekochten Eier sind schon geschält. Wahrscheinlich nimmt man an, dass sich die Gäste das Obst als Proviant für unterwegs in die Tasche stecken...


Außenansicht des Hotels Klettur

Wenn Sie mehr über das Hotel wissen wollen, lesen Sie doch dazu meine ausführliche Bewertungen bei Holidaycheck und beim Tripadvisor.
Um 9:15 starten wir zur Stadtrundfahrt. 4 Busse stehen vor der Tür, aber glücklicherweise gehört nur einer zu Trendtours und unsere Gruppe besteht aus 25 Personen. Die Reiseleiterin Angelika ist Deutsche und lebt seit 25 Jahren in Island. Sie wird uns die ganze Woche begleiten und macht ihre Sache sehr gut, denn sie ist witzig und gibt viele interessante Geschichten zum Besten. Allerdings regnet es und ist mit 9° C ziemlich kühl. Deshalb erstrahlt die Hallgrimskirche mit ihrer Lavasäulenoptik , die wir zuerst ansteuern, auch nicht in hellem Weiß, wie es in unserem Reiseführer steht, sondern in tristem Grau. Leif Eriksson, der Entdecker Amerikas, schaut auf seiner Statue davor auch nicht gerade fröhlich aus. Die Kirche ist im Innern sehr schlicht gestaltet und manche Touristen registrieren sich dort für ein Orgelkonzert; das muss sich gut anhören in dem hohen Bau. Da wir nicht so viel Zeit haben, besorgen wir uns im Souvenirshop der Kirche einige Postkarten und Briefmarken. Da bekommen wir den ersten Schock, denn für 7 Postkarten und die passenden Briefmarken nach Deutschland bezahlen wir 2500 Kronen, das sind 20 Euro! Und dabei sind die Postkarten nur mittelmäßig - später haben wir in Reykjavik viel schönere gefunden!.
Im Flughafen hatte Inge 50 Euro gewechselt und knapp 6000 Kronen dafür bekommen. Das war ein 5000 Kronen-Schein und einige kleinere Scheine. Jetzt wechselte sie den 5000er Schein und war für die Postkarten schon die Hälfte quitt. Und dabei gefiel ihr auch noch eine Einkaufstasche mit Polarlichtern für 2500 Kronen - , so war schon bei ersten Stopp der dicke Schein verschwunden. Wir schworen uns, ab jetzt nur noch die Kreditkarte zum Bezahlen zu verwenden und die kleineren Scheine für Toilettengänge zu verwenden, denn Angelika erzählte uns, dass man in Island selbst die kleinsten Beträge damit bezahlen könnte.


Die Hallgrimskirche mit der Statue von Leif Eriksson

Leider regnet es auch weiter beim zweiten Haltepunkt Perlan, der "Perle". Das ist eine Aussichtskuppel, die über vier riesigen Wassertanks errichtet wurde und sich zum zweiten touristischen Wahrzeichen der Stadt entwickelte. Von oben soll man einen fantastischen 360° Rundumblick über die Stadt Reykjavik und das Umland haben.


Aus dem Innern der Kuppel heraus ist  nicht viel zu sehen, weil es regnet und die Regentropfen auf den schrägen Scheiben die Sicht unmöglich machen.


Im unteren Bereich gibt es verschiedene Ausstellungen, die uns interessieren. Wir beschließen, am Wochenende noch einmal hierhin zurück zukommen und diese anzuschauen.
Nachdem unsere Reiseführerin Angelika uns den Anlegepunkt für für das Walbeobachtungsschiff gezeigt hat, machen wir unter ihrer Führung einen kleinen Stadtrundgang, der am Parlamentsgebäude endet. Die freie Zeit bis zu unserer Walbeobachtungstour nutzen wir für einen Cappuccino samt Waffel und Marmelade im Cafe Paris, was uns gleich 3900 Kronen (= 32 Euro) kostet.

Das Walbeobachtungsboot "Andrea" startet mit etwas Verspätung. Wegen des schlechten Wetters sind nur 70 Personen an Bord, wodurch es viel Spielraum für Sitzplätze oben und unter Deck gibt. Das freut uns sehr. Die Tour wird von "Special Tours" durchgeführt und als "classic tour" bezeichnet. Sie kostet 10990 ISK, wenn man sie privat bucht. Die Sichtung von Walen wird garantiert; wenn man keine sieht, bekommt man Tickets für eine erneute Tour. Die Gesellschaft biete noch viele andere Touren auf der Insel an. Wer sich dafür interessiert, sollte die Website https://specialtours.is/ besuchen.

Auf der anderen Hafenseite startet ein Schlauchboot mit Touristen, die wie Feuerwehrleute verkleidet wurden. Wahrscheinlich wissen die Insassen nicht, dass die Wellen des Nordatlantiks kräftig zuschlagen, wenn sich das Boot mit hoher Geschwindigkeit den Walen nähert. Wahrscheinlich wissen sie auch nicht, dass sie alle pitschnass dabei werden. Wir sind jedenfalls froh, dass wir nicht die nächsten 3 Stunden so hintereinander eingepfercht sitzen müssen, sondern auf der "Andrea" ein bisschen mehr Bewegungsfreiheit genießen.
Sehr positiv finden wir, dass wir auf dem Schiff in die bereitgestellten und wasserdichten Overalls schlüpfen können, die ganz hilfreich bei der Walbeobachtung auf dem Oberdeck sind, denn der Wind ist kühl und kräftig, obwohl das Meer ruhig und der Wellengang nicht sehr hoch ist. Unsere dreistündige Tour mit dem Walbeobachtungsboot ist sehr informativ, weil
die begleitende Meeresbiologin Annika alles sehr sachkundig in englisch und deutsch erklärt. Nach langer Suche entdecken wir tatsächlich einige Zwergwale, die Lust haben, mal ab und zu aufzutauchen. Leider verschwinden sie so
schnell, dass man nur die Rückenflosse zu sehen bekommt. Mir gelingen gerade mal 4 Fotos, auf denen etwas von einem Wal zu sehen ist. Auf der Rückfahrt erklärt Annika noch einige Walknochen, die man anfassen  oder mit denen man sich fotografieren lassen kann.
Als wir wieder im Hafen ankommen, regnet es glücklicherweise nicht. Es fängt erst wieder an zu nieseln, als wir uns auf den Rückweg durch die Fußgängerzone Laugavegur zu unserem Hotel machen. Die sieht sehr interessant aus wegen der vielen Cafes, Restaurants und Boutiquen. Jetzt ist aber nichts los und wir nehmen uns vor, hier noch einmal bummeln zu gehen, wenn das Wetter besser ist.  In einem der staatlichen Alkoholverkaufsstellen  "Vinbudin", was wir schnell als "Weinbude" übersetzen, kaufen wir Bier (3,79 Kronen für eine 0,5 l Dose - das entspricht etwa 3,10 €), Ginger Ale und Pringles für unsere erste Happy Hour in Island, auf die wir nicht verzichten wollen.
Die genießen wir im Hotel um 17:15 Uhr, wo ich aus der Küche Eiswürfel und Gläser besorge. Besonders happy sind wir natürlich über Inges weitsichtigen Einkauf im Duty Free Shop.
An eine gemütliche Happy Hour ist natürlich nicht zu denken, wenn man in solch einem kleinen Hotelzimmer die Getränke auf die Schreibtischecke stellen muss und auf der Bettkante sitzt. Noch ärgerlicher ist allerdings der Zeitdruck, unter den man mit einer solchen Trendtours-Reise gesetzt wird: Das Abendessen gibt es nämlich nicht im Hotel Klettur, weil das Hotel gar keins anbietet, sondern 400 m entfernt im Restaurant "Potturinn og Pannan". Das ist speziell für Gruppen eingerichtet und das Abendessen wird für unsere Gruppe um 18:00 Uhr serviert. Schon im Bus wurden wir darauf hingewiesen, doch möglichst pünktlich zu sein, damit die Tische für die nachfolgenden Gruppe um 20:00 Uhr rechtzeitig vorbereitet werden könnten.

Als wir pünktlich um 18:00 Uhr dort erscheinen, sind schon alle Tische besetzt und wir finden in der hintersten dunklen Ecke einen leeren Tisch, der dann noch eingedeckt werden muss.  Das Brot in den Brotkörben der anderen Tische ist anscheinend abgezählt, denn die Kellnerin sammelt dort die Brötchen für uns ein. So ist das eben bei den Gruppenreisen mit Trendtours:  Wahrscheinlich ist alles äußerst knapp kalkuliert.
Dennoch ist das Essen ganz ordentlich: Nach einer Spargelsuppe gibt es als Hauptgang Wolfsbarsch mit Reis und gegrilltem Gemüse. Der ist gut zubereitet, richtig gewürzt und schmeckt. Wir trinken ein "Gull"-Bier dazu (0,5 l für 1000 Kronen = 8 €) und sind ganz zufrieden.


Samstag, 14.7. 2018

Heute steht ein Ausflug auf die Halbinsel Snaefellsnes auf dem Programm. Diesen Ausflug haben wir für 145 Euro zusätzlich hier vor Ort gebucht, weil bei dem Trendtours-Programm ein freier Tag eingeplant war. Dafür müssen wir früh aufstehen und sitzen deshalb schon um 6:45 Uhr beim Frühstück. Das Wetter ist wie gestern: Der Himmel ist grau und verhangen. Der Bus kommt etwas später als die vereinbarte Abfahrtszeit von 7:45 Uhr und es sitzen schon viele Gäste aus dem Hotel Viking in Hafnarfjördur darin. Das ist das Hotel, das Trendtours in seinem Normalprogramm anbietet und 18 km südwestlich von Reykjavik liegt.
Damit sind schon die guten Fensterplätze alle besetzt und Inge ärgert sich, dass der Passagier vor ihr seinen Sitz auf Liegeposition ausgefahren hat und davon nicht abweicht. Ich ärgere mich auch, weil das Fenster durch einen Vorhang ziemlich schmal geworden ist und zum Fotografieren aus dem Bus wenig Platz übrig geblieben ist. Außerdem sitzen jetzt 50 Personen im Bus und damit ist die Gruppe ziemlich groß, was sich an jeder Toilettenpause durch eine deutliche Verzögerung bemerkbar macht . Die Pausen heißen im Isländischen "pissa stop" und haben gar keinen negativen Beigeschmack, erklärt uns Angelika, die uns heute wieder begleitet. Sie macht das ausgezeichnet und erzählt unterwegs viele interessante Geschichten. Das ist unsere Route:


Karte von der Halbinsel Snaefellsnes von Maximilian Dörrbecker, wie sie bei Wikipedia mit weiteren Informationen anzuschauen ist.

Unsere Fahrt geht zunächst über die N1 nach Norden durch den 6 km langen Hvalfjarðargöng - Tunnel unter dem Walfjord hindurch nach Borgarnes, wo der erste "pissa.stop" stattfindet. Die Wolken hängen tief und man sieht von den umliegenden Bergen kaum etwas. Ein bisschen besser wird es, als wir die Halbinsel erreichen und über die Bergkette nach Norden fahren. Hier machen wir unseren ersten Fotostopp an den Basaltfelsen der Gerduberg-Cliffs
Solche Basaltstrukturen sind typisch für die erkaltende Lava nach Vulkanausbrüchen und sind auch die grundlegende Idee für die Hallgrimskirche in Reykjavik gewesen. Uns interessiert das gar nicht so sehr, denn vielmehr freuen wir uns über den blauen Himmel dahinter und dass es nicht regnet.
Ein paar Kilometer weiter, als wir die Halbinsel in nördlicher Richtung durchqueren, ist es leider schon wieder vorbei mit dem schönen blauen Himmel und alles wird grau. So ist das auch bei unserem nächsten Fotostopp am berühmten Kirkjufells, dessen Spitze wir nur in den Wolken vermuten können.



Hinweistafel am Aussichtspunkt zum Kirkjufells

Den ersten schönen Spaziergang durch die schroffen Lavafelsen zum Strand machen wir im Naturpark vom Snaefellsjökull, wo wir nach Dritvik hinunterklettern und die Wellen an den schwarzen Strand heranrollen sehen.

Es gibt zahlreiche Wanderwege durch diesen Naturschutzpark. Wir wählen den angegebenen Rundgang zur Bucht. Immerhin regnet es nicht und wir können über die Wiesen neben den matschigen Wegen an die Aussichtspunkte gelangen.
In der Bucht liegen Wrackteile von gestrandeten Schiffen, denn der Nordatlantik hat nämlich im Winter unbarmherzige Wellen. Vom 16. bis 19. Jahrhundert war diese Bucht, die links und rechts von Lavafelsen eingerahmt wird, die größte und ergiebigste Fischanlandestation Islands. In den Monaten von April bis Mitte ruderten hier täglich 40 - 60 Fischerboote aufs Meer und bis zu 800 Männer wohnten in Hütten hier am Strand.

Es ist schade, dass wir nicht mehr Zeit haben, denn es wird langsam heller und somit würde sich jetzt die Wanderung an der Küste entlang anbieten.  Wir fahren weiter und machen unsere Mittagspause in Arnastapi, wo uns eine Fischsuppe serviert wird, die gar nicht schlecht ist.
Anschließend machen wir einen Spaziergang zu den Vogelfelsen, an denen nicht nur Möwen, sondern viele andere Seevögel brüten. Dummerweise habe ich mein Fernglas im Bus liegen lassen, das ich jetzt gut hätte gebrauchen können, um die Vögel in ihren Nestern zu beobachten. Aber da die Sonne scheint, können wir wenigstens ein paar gute Fotos von der Steilküste machen.

Hier steht auch eine Skulptur aus aufgeschichteten Steinen, die 1985 von dem Bildhauer Ragnar Kjrtansson zu Ehren von Bardur errichtet worden ist.
Der Sage nach war Bardur einer der ersten Siedler hier in der Gegend um den Snaefellsjökull. Er ar aber größer und stärker als alle anderen, weil er Trollblut in seinen Adern hatte und die Zaubergabe hatte. Er neigte aber auch zu Berserkertaten und tötete seine Neffen, weil die nicht auf seine Tochter aufgepasst hatten. Schließlich verschwand er aber nach einem Kampf mit seinem Halbbruder im Snaefellsjökull und ward nie mehr gesehen. Die Isländer glauben, dass er noch heute dort lebt und verehren ihn als Schutzgeist.

Um kurz nach halb vier geht es dann wieder zurück, denn wir sind hier 250 km von Reykjavik entfernt. Gegen 19:00 Uhr sind wir erst wieder zurück in unserem Hotel. Das Abendessen für die gesamte Gruppe ist dann um 20:00 Uhr wieder im Restaurant Potturinn og Pannan. Es gibt eine Gemüsesuppe und danach einen viel zu fetten Schweinebraten mit Püree und gegrilltem Gemüse.

Sonntag, 15.7. 2018

Um 6:45 Uhr sitzen wir beim Frühstück und starten um kurz nach halb neun in einem komfortablen neuen Bus zum "Golden Circle". Das ist die Tour mit drei bedeutenden Highlights, die unbedingt jeder Islandbesucher absolvieren muss.
Leider ist der Himmel grau und es regnet.
Als wir an dem Thingvellir-See (Pingvallavatn) ankommen, wo der Zugang zu der Spalte ist, die die amerikanische von der eurasischen Kontinentalplatte trennt, sieht der Himmel nicht sehr freundlich aus.

Wir hören uns noch von unserer Reiseleiterin  Angelika die Erklärungen zu der Entstehung des Sees aus der letzten Eiszeit an. Dann fängt es an in Strömen zu regnen und wir kaufen uns im Souvenirshop für 1500 Kronen (= 12 €) zwei Plastikumhänge, wobei wir  ziemlich sauer über den Preis sind, weil wir viel bessere für 99 Cents überall in der Welt bekommen können. Aber wegen des starken Regens sind die halt notwendig. Leider haben die Regenponchos kurze Ärmel, sodass wir trotzdem nass werden. Das ärgert uns noch mehr.

Die Gegend um diesen größten See Islands ist deshalb so berühmt, weil hier in diesem Tal seit dem Jahre 930 jedes Jahr das älteste Parlament der Welt, das  "Althing" stattfand, um die Gesetze des Landes anzupassen. Hier wurden Rechtsstreitigkeiten ausgetragen und Regeln für das Zusammenleben der Menschen in Island festgelegt. Natürlich waren die zwei Wochen um die Sommersonnenwende regelmäßig auch ein großes Volksfest und ein Heiratsmarkt.
Wie auf dem oberen Bild zu sehen ist, zieht ein großer Bruchgraben durch dieses Gebiet. Durch den ziehen an diesem Tag mehrere Tausend Touristen, wie auf dem nächsten Bild zu sehen ist:


Das hängt auch damit zusammen, dass gerade ein Kreuzfahrtschiff im Hafen liegt und die meisten Passagiere den "Golden Circle" als Ausflugsprogramm buchen, weil der ja die drei Highlights der Insel umfasst. Und schließlich ist der Pingvellir-See mit der Schlucht das erste Highlight.

 20 km breit ist das Tal zwischen den Kontinentalplatten. Innerhalb dieser Driftzone liegt auch eine Vulkankette. Der Bruchgraben hat sich gebildet, weil hier die amerikanische Kontinentalplatte gegen die eurasische stößt und dadurch unregelmäßige Verschiebungen und Erdbeben auslöst.

Diese Spalte sieht spektakulär aus mit den Lavawänden und Felsen zu beiden Seiten, aber bei dem miesen Wetter können bei unserem halbstündigen Spaziergang das alles gar nicht in Ruhe betrachten.

Hier kommt übrigens auch das Gletscherwasser aus dem Berg, das bei seinem zehnjährigen Durchlauf viele Mineralien aufnimmt und supersauber ist. Damit wird die Stadt Reykjavik versorgt.
Danach fahren wir nach Reykolt, wo wir die Tomaten-Gewächshäuser von Fridheimar besuchen. 
Das ist schon beeindruckend, wie eine Familie in einem eisigen Land mit Hilfe des heißen Wassers aus den Lavafeldern und dem billigen Strom eine Tomatenplantage betreibt und die Produkte vermarktet. Das heiße Wasser wird durch Rohre geleitet und heizt sowohl den Boden als auch die Luft. Die voll computergesteuerte Anlage sorgt dafür, dass die Temperaturen gleich bleiben und LED-Lampen zugeschaltet werden, wenn die Beleuchtung nicht ausreicht.
Die Pflanzen selbst werden in kleinen Töpfen automatisch bewässert und mit Dünger versorgt. Die Bestäubung übernehmen aus Holland importierte Hummelvölker. Die so erzeugten Tomaten schmecken sogar, davon können wir uns überzeugen.
Der Spaß ist wegen des enormen Energieaufwandes hier in Deutschland natürlich nicht zu finanzieren. In Island bezahlt man für Wasser gar nicht, für die KWh elektrischen Strom 5 Cents und das heiße Wasser kostet pro Kubikmeter 90 Cents. Das sind traumhafte Preise! Die Familie hat gleichzeitig dafür gesorgt, dass der steigende Touristenandrang auf Island etwas für sie abwirft, indem sie nicht nur exklusive Tomatenprodukte anbietet, die von der Tomatenmarmelade bis zum Tomatenbier reichen, sondern auch gleich die Familienmitglieder mit einbezog. Die unterhalten nämlich einen Hof mit Island-Pferden und präsentieren eine Pferdeshow für die Touristen. Damit das allen mehr Spaß macht, sind auch die Kinder und deren Freunde mit Eifer dabei.


Besonders nett fanden wir das Schild am Eingang des Hofes: "Vorsicht! Wilde Kinder und zahme Tiere!"

Und wenn man dann einen Vertrag mit Kreuzschiffen und Reiseagenturen geschlossen hat, kann nichts mehr schief gehen und man ist für den erwarteten Touristenboom der nächsten Jahre gerüstet.
Die Ponyshow war im Übrigen professionell aufgezogen und ganz aufschlussreich, zumal wir nicht wussten, dass die Islandpferde die einzige Rasse sind, die alle 5 Gangarten des Pferdes beherrscht und die seit mehr als 1000 Jahren unverändert geblieben ist.
Hier sehen Sie in dem kleinen Ausschnitt, wie die Show ablief. Zum Schluss durften alle in den Stall und die Damen der Reisegruppe hatten großen Spaß am Streichelzoo.

Anschließend geht es zum nächsten Highlight des Golden Circle, zum Gullfoss-Wasserfall.

Man müsste Toilettenbesitzer sein, denn damit würde man hier schnell Millionär. Das kleine Häuschen mit dem grünen Dach bringt viel Geld, denn eine Toilettenbenutzung kostet 200 Kronen, das entspricht 1,60 Euro. Da die meisten Touristen gar keine isländischen Kronen in der Tasche haben, funktioniert alles mit Kreditkarten oder EC-Karten, die man über den Scanner des Automaten hält - und schon öffnet sich das Drehkreuz und alle können sich erleichtern. Welch ein wundervolles Gefühl!
Der Wasserfall ist wirklich fantastisch, zumal der Regen aufgehört hat und zwischen den Wolken ab und zu tatsächlich blauer Himmel zu sehen ist. Leider ist wahnsinnig viel los hier, weil natürlich auch die Kreuzfahrer mit vielen Bussen auf dem Parkplatz stehen. So steigt eine gewaltige Karawane von Touristen die Treppen hinab und macht sich auf den Weg zum Wasserfall. Der Weg ist glitschig und führt bis auf zwei Meter an die tosenden Wassermassen heran. Das kann man natürlich nicht an einem Foto allein nachvollziehen, deshalb hier ein kleiner Ausschnitt aus einem Video:
Das ist schon gewaltig, wenn man 2 Meter vor den herabstürzenden Wassermassen auf den glitschigen Steinen steht. Es erinnert mich sehr an den Iguassu in Brasilien, wo ich auch so nahe am Wasserfall gestanden habe. Glücklicherweise regnet es nicht und gegen die aufsteigende Gischt hilft meine Unterwassercamera, mit ich die Fotos gemacht habe..
Kurz nach 14:00 Uhr geht es weiter zum dritten Höhepunkt des Golden Circle, nämlich zum Ort Geysir. Das geothermische  Gebiet ist etwa 3 km² groß und hat mehrere kleine Springquellen. Wir hatten ursprünglich angenommen, dass es hier in Island vor Geysiren nur so wimmelt, wo doch der Begriff "Geysir" von hier kommt. Aber das ist gar nicht der Fall, denn im Augenblick spuckt nur der Strokkur Geysir unregelmäßig alle 3 - 10 Minuten seinen heißen Dampf aus. Auf meinem kleinen Videoausschnitt können Sie das miterleben.
Der eigentliche Geysir, nach das Gebiet hier benannt wurde, hat noch im 19. Jahrhundert manchmal eine 70 m hohe Fontäne herausgeblasen, ist aber dann immer mehr versiegt. Die umliegenden Springquellen und Fumarole dampfen zwar, aber sind nicht so farbenfroh wie in Neuseeland oder im Yellowstone Park in den USA.
Erwartungsvoll stehen Hunderte von Touristen um das Schlammloch herum und warten auf das tolle Ereignis. Erst gurgelt es eine Weile in der Erde und die Leute, die schon länger drum herum stehen, rufen: "drei - zwei - eins" und plötzlich schießt dann die heiße Gischt in die Höhe. Bei jedem Ausbruch ist das ganz unterschiedlich und bei den Windverhältnissen sowieso. Jedenfalls ziehen sich die Zuschauer kreischend zurück, wenn der Wind die dampfenden Schwaden durch sie hindurch treibt und teilweise ganz schön nass macht.
Als wir um 15:15 Uhr wieder zurück fahren, stellen wir fest, dass wir heute eigentlich Glück mit dem Wetter gehabt haben, denn sowohl am Wasserfall, wie auch am Geysir hat es nicht geregnet. Manchmal schien sogar die Sonne. Unterwegs fängt es aber schon wieder an zu regnen und alles sieht wieder sehr trüb und traurig aus, als wir kurz vor 17:00 Uhr wieder im Hotel sind. Das Abendessen im Restaurant ist auch nicht erwähnenswert, denn nach einer Blumenkohlsuppe gibt es den gleichen Fischteller wie gestern (Seewolf), nur die Soße ist anders.
Und auch am Abend regnet es weiter.
 
Montag, 16. 7.2018

Schon um 8:00 Uhr starten wir zur Südküste mit 25 Personen in einem sehr bequemen Reisebus. Wir scheinen Glück mit dem Wetter zu haben, denn es sind einige Sonnenstrahlen zu sehen, während die Temperatur noch bei 10 °C liegt. Reiseführerin Angelika erzählt sehr anschaulich etwas aus der Geschichte der ersten Besiedlung Islands. Und natürlich die blutige Saga von Njals und dem schönen Gunnar mit seiner rachsüchtigen Ehefrau. Die isländischen Sagen sind auch heute noch Stoff für Romane, Theaterstücke oder Filme. Es gibt sie auch als deutsche Übersetzung im Internet.


Blick landeinwärts von der Landstraße Nr. 1

Die Fahrt an der Südküste entlang geht durch grüne Wiesen, auf denen Schafe und Pferde weiden. Im Hintergrund ist der Eyjafjallajökull zu sehen, der bei seinem Ausbruch 2010 die gesamte Umgebung mit einem Ascheregen überzogen hat. Damals ist sogar der gesamte Luftverkehr über Europa davon betroffen gewesen. Angelika erzählt aus eigener Anschauung, was um den Berg herum los gewesen ist.


Blick von der Landstraße Nr. 1 aufs Meer hin

Sie berichtet auch von der Verzweiflung der Bauern, die ihre grünen Wiesen unter der Asche bedeckt sahen. Aber auch darüber, dass sich nach einem Jahr herausstellte, dass die Asche als Dünger gewirkt hatte und sie nun plötzlich statt 2x im Jahr jetzt 3x im Jahr Heu ernten konnten.
An der 300 km langen Südküste gibt es keinen einzigen Hafen, weil die Strömungen unterirdische Sandbänke aufgehäuft haben und alles versandet. Viele Schiffsunglücke von Fischerbooten zeugen davon, die bei den Herbststürmen auf Sand liefen.


Trotzdem ist es es eine schöne Landschaft, durch wir fahren. Wiesen mit farbigen Heuballen, Gletscherflüsse und Feuchtwiesen wechseln sich ab. Wunderschön sehen die riesigen blühenden Flächen mit Lupinen aus. Allerdings sind die Bauern schon gar nicht mehr glücklich mit dieser Pflanze, die sie damals als Bodenverbesserer ins Land geholt hatten. Die wuchert nämlich schon gewaltig überall und nimmt überhand.

Um 10:20 Uhr sind wir am Skogafoss- Wasserfall. Wir haben Glück, dass die Sonne scheint und ergreifen natürlich die Gelegenheit, den Wasserfall nicht nur von unten, sondern auch von oben zu betrachten. An der rechten Seite führt nämlich über viele steile Treppen ein Wanderweg hinauf bis zu einer Plattform. Dort kann man wunderbar den Regenbogen beobachten, der sich durch die Sonnenstrahlen in der aufwallenden Gischt bildet. Oben sammeln sich viele Wanderer, die am Gletscherfluss entlang weiter nach Basar marschieren.
Unsere Fahrt geht weiter zum Black Sand Beach bei Reynisfjara, wo die Vulkane säulenförmige Basaltstrukturen hinterlassen haben. Seeschwalben nisten in der Höhe und umschwirren die Touristen, aber die Höhlen der Papageientaucher zwischen den Steinen am Strand können wir trotz Fernglas nicht entdecken.
Der Strand ist wirklich schwarz. Auf der anderen Seite blickt man auf das Kap Dyrholaey mit dem Felsentor. Die 120 m hohe "Türhügelinsel" ist bei einem früheren Vulkanausbruch entstanden:
Kurz nach 12:00 Uhr halten wir zum Mittagessen in Vik. In einem Supermarkt leisten wir uns einen Cappuccino ( 550 Kronen) mit einem Blätterteig-Teilchen (350 Kronen). Hier kaufen wir noch Ginger Ale von Schweppes und sind total erstaunt, dass die 0,5 Liter-Flasche 1,52 € kostet, wo wir doch in Reykjavik mehr als das Doppelte bezahlt haben. Anscheinend sind die Preise auf dem Land doch günstiger und nicht durch den Touristenstrom verdorben.
Auf der Rückfahrt kommen wir dann zum nächsten Wasserfall, dem Seljalandsfoss, an dem wir bereits am Vormittag vorbeigefahren sind.
Man kann bei diesem Wasserfall an der Seite  vorbei den Felsen hochklettern und hinter den Sprühnebel und dem herabstürzenden Wasser auf die andere Seite spazieren.
Viele machen das, werden aber teilweise darunter auch ganz nass, weil der Wind die Gischt manchmal zur Seite weht. Das wäre gar nicht schlimm, weil das immer nur kurzzeitig der Fall ist und das Wasser dann wieder senkrecht ins Tal schießt.  Aber die Treppe und auch der Durchgang sind steil und glitschig, sodass man nicht einfach darunter vorbeihuschen kann. Man muss nämlich stehen bleiben und  warten, bis der Vordermann die schwierige Stelle überwunden hat. Das dauert manchmal ziemlich lange und in dieser Zeit muss man sich nass regnen lassen.
Die meisten Touristen haben sich das nicht so vorgestellt, als sie freudig und wagemutig die Treppen hinunter gestiegen sind.
Ärgerlich sind die vielen Fliegen, die uns hier belästigen. Sie sitzen in großen Scharen auf der Engelwurz, die überall auf den Feuchtwiesen richtig gut gedeiht.
Auf der Rückfahrt nach Reykjavik gibt Reiseführerin Angelika einige Kostproben von isländischer Musik zum Besten, die sie auf ihrem iPhone gespeichert hat. Sogar ein Liebeslied mit Hawaiigitarre ist dabei, das auch Fanlied für die Fußball-Europameisterschaft wurde.
Am Geokraftwerk kommen wir auch wieder vorbei und können vom Bus aus deutlich die Vor- und Nachteile dieser technischen Wunderwerke sehen, die den Isländern so viel Geld einbringen: Viele schmucke Bauernhöfe liegen in der Landschaft, die mit dem warmen Abwasser der Geothermiekraftwerke versorgt werden und damit heizen können. Mit den günstigen Energiepreisen können sie preiswert Viehzucht und Gemüseanbau betreiben. Das gefällt nicht nur ihnen, sondern auch den Verbrauchern in den Städten, die sie beliefern. Die Betreiber der Geothermiekraftwerke haben aber nicht daran gedacht, dass sich in einigen Jahren plötzlich die grünen Wiesen
mit dem Island-Moos gelb färben und dass sich das Moos durch die heißen Abgase verändert. Jetzt ist guter Rat teuer und man versucht, entsprechende Gegenmaßnahmen zu treffen. So zerstört der Mensch wie überall auch hier die Natur.
Um 1645 Uhr sind wir wieder im Hotel und um 18:00 Uhr pünktlich beim Abendessen. Nach einer Tomatensuppe wird heute Hühnchen in Champignonsoße serviert. Das ist ganz ordentlich.
Als wir das Restaurant verlassen, scheint die Sonne und der Himmel ist total blau. Wir sind fasziniert und können das gar nicht fassen. Und das ist auch noch um 22:30 Uhr der Fall.

Dienstag, 17.7. 2018

Wir sind total erstaunt, dass uns ein blauer Himmel begrüßt, als wir aufstehen. Wir können zum ersten Mal in Ruhe frühstücken, denn wir werden erst um 9:30 Uhr abgeholt. Es ist wieder ein moderner Bus, der uns über die Halbinsel Reykjanes fahren soll, aber die Lautsprecherdurchsagen sind kaum zu hören. Reiseführerin Angelika hat große Probleme, sich verständlich zu machen. Sie erzählt über die Ansiedlung des Aluminiumwerkes in Hafnarfjördur, das sich dadurch zu einem Industriezentrum entwickelt hat und das Naturschutzgebiet Reykjanes, das mit heißen Quellen, türkisgrünen Seen und großen Vogelschutzgebieten zum  Wandern einlädt.  .
Wir fahren weiter bis zum See Kleifarvatn dem drittgrößten See Südlands, der durch mehrere Erdbeben seinen Wasserstand änderte. Dabei wurden auch heiße Quellen entdeckt, sodass es heute ein beliebtes Tauchgebiet ist.


Anschließend spazieren wir durch die bunte Landschaft mit den Solfataren bei Seltun. In diesem Hochtemperaturfeld übersteigt die Temperatur in 1000 m Tiefe die 200°C Marke. Überall brodelt es und riecht nach Schwefel. Der Rundweg um die Schlammlöcher und Fumarole geht teilweise über rutschige Lava, was mir gar nicht gefällt, denn auf einem steilen Abhang rutsche ich aus und das bekommt meiner Camera gar nicht, denn jetzt geht die Blende nicht mehr zu..

Über unwegsame Lavafelder geht es weiter zur Südspitze der Insel - mitten durch den 5 km breiten Spalt zwischen der amerikanischen und eurasischen Kontinentalplatte. Die Landschaft hier ist karg; nur Moose und Flechten haben sich auf der Lava angesiedelt, denn durch die starken Winde und Stürme gedeiht hier sonst nichts.
Hinter dem Leuchtturm ist eine pechschwarze Steilküste aus Lavabrocken und einem Denkmal für den letzten Alk.
Dieser riesige Vogel war 5-6 kg schwer und sein Fleisch wohlschmeckend. Deshalb wurde er natürlich von den nordischen Völkern schon seit dem Mittelalter gejagt, was besonders leicht fiel, weil der nämlich wegen seiner fehlenden Flügel nicht fliegen konnte. Nachdem er schon in Kanada und Grönland ausgerottet war, wurden 1844 die letzten beiden Exemplare auf der Insel Eldey geschossen.


Skulptur für den letzten Alk an der Südspitze Islands

Die Insel Eldey ist der kleine Felsen, der sich in der Mitte des untenstehenden Bildes am Horizont befindet. Die Insel liegt 15 km vor der Küste und wird in den Sommermonaten von Tausenden von Vögeln bevölkert. Hier lebt auch eine der größten Kolonien des Basstölpels.
Um 13: 00 Uhr geht es weiter zur Brücke zwischen den Kontinenten, die man als Symbol  für die hier aufeinander treffenden Kontinentalplatten von Amerika und Europa errichtet hat. Das ist natürlich nur eine Touristenattraktion und nicht wirklich nachvollziehbar. Aber die Ausflugsbusse fahren natürlich hier hin - wie wir auch - und die Touristen machen ein Foto, bei dem sie sich so hinstellen, als würden sie die Brücke auf Händen tragen.
Das ist der Spalt, der sich bei einem Erdbeben aufgrund der Kontinentalplattenverschiebung ergeben hat:


Der Spalt zwischen der amerikanischen und eurasischen Kontinentalplatte

Kurz vor 14:00 Uhr sind wir an der Blauen Lagune und brauchen zum Glück nicht zu warten, weil uns Angelika als Gruppe für 14:15 Uhr angemeldet hat. Hier zeigt sich natürlich wieder der Vorteil als Gruppe, dass man vorangemeldet ist und keine Wartezeiten in Kauf nehmen muss, denn die Warteschlange für die Privatnutzer an der anderen Seite der Kasse ist lang.
Geschockt sind wir natürlich über den Eintrittspreis von umgerechnet 70 Euro.
Dafür bekommt man dann ein Handtuch und ein Armband mit einem Chip, der für alles verwendet wird: Man kommt mit ihm durch die Sperre, kann damit einen Spind im Umkleideraum öffnen und schließen oder in der Poolbar bezahlen. Alles wird in dem Chip gespeichert und wenn man die Blaue Lagune verlassen will, muss man ihn in eine Ladeschale an der Sperre legen. Die gibt den Durchgang erst frei, wenn alle Rechnungen beglichen werden.
Es ist gut, dass viele Sicherheitskräfte und Helfer hier arbeiten, die den vielen Touristen und uns die Funktion der Schließfächer und das nackte Duschen erklären. Innen sieht man zwar schon den Massenbetrieb, aber alles ist gut organisiert und man hat genügend Platz.

An Schwimmen ist sowieso nicht zu denken, denn das Becken ist nur 1,50 m tief und fast alle Leute stehen nur herum oder bewegen sich langsam in dem 38-40° C heißen Wasser. Es gibt ein Cafe am Rand und eine Poolbar im Wasser
Eigentlich ist die Lagune gar nicht blau, sondern milchig grün. Das Wasser ist nicht klar, weil es Kieselerde, Algen und viele Mineralien enthält. Die Begrenzung wird durch Lavasteine gebildet, aber der Boden ist glatt. Holzstege führen rings um die verschiedenen Becken.

An der Poolbar ist viel Betrieb, weil alle etwas Kühles zum Trinken haben wollen.

Ein Getränk ist im Übrigen kostenlos im Eintrittspreis inbegriffen. Ansonsten sind die Preise wie in den umliegenden Restaurants auch.

Dem Schlamm mit den gelösten Mineralien wird eine heilende Wirkung für die Haut zugeschrieben, deshalb schmieren sich viele Badegäste dick damit ein und lassen ihn auf der Haut trocknen. Das sieht ganz witzig aus.

Sogar zwei Frauen mit schwarzen Burkinis sind im Wasser und haben sich eingeschmiert. Sie sehen aus wie Gespenster. Ich weiß gar nicht, wie die geduscht haben, denn in Island ist es vorgeschrieben, vor dem Betreten der Lagune nackt zu duschen, weil das Wasser ja kein Chlor enthält.
Um 16:30 Uhr fahren wir zurück und sind eine Stunde später im Hotel. Im Restaurant gibt es zum Abendessen eine Champignonsuppe und wieder Seewolf, allerdings diesmal mit einer scharfen Soße.

Mittwoch, 18.7. 2018

Schon um 7:15 Uhr  steht der Bus vor der Tür zu unserem heutigen Ausflug "Westisland - weiße Gletscher und schwarze Lavawüsten. Hier ist die Karte von der Firma Into the Glacier, die das organisiert:
Um 8:40 Uhr halten wir für eine Toilettenpause in Borgarnes und anschließend geht es weiter über Reykholt und Husafell in die Lavafelder und durch den "Wald" voll Birken, wo die Schotterstrecke beginnt. Unser Bus schafft das aber problemlos und um 10:10 Uhr sind wir am Klaki Basis Camp, wo die umgebauten MAN-Raketentransporter warten, die man für die Fahrt auf den Gletscher verwendet.

Die Fahrzeuge sehen aus wie gefährliche Touristenfresser, wie so da stehen und auf uns warten.
Man hat die  LKWs für die Gletscher umgebaut, indem man ihnen nicht nur größere Reifen verpasst hat, sondern man kann vom Führerhaus aus die Luft aus den Reifen ablassen. Dadurch haben sie die fünffache Auflagefläche und können sich relativ sicher auf dem Gletschereis fortbewegen. Wenn kein Eis vorhanden ist und die Strecke über Lavabrocken oder Geröll führt, wird einfach während der Fahrt der Luftdruck erhöht und man hat wieder ein Geländefahrzeug.
Im Basiscamp können wir uns etwas aufwärmen, weil wir auch noch warten müssen, denn eine andere Gruppe ist noch vor uns an der Reihe. Wir können uns jeweils passende wasserdichte Überziehschuhe aussuchen, weil jetzt während der Sommerzeit viel Schmelzwasser im


Automatische Luftdruckabsenkung in den Reifen während der Fahrt

Gletscher entsteht und die Gänge ziemlich nass sind. Während  der langsamen und ruckelnden Fahrt müssen wir uns

alle anschnallen und das Fahrzeug wird von außen durch den Fahrer verriegelt. Der begleitende Ranger erklärt uns die Situation am Langjökull-Gletscher, auf dem wir uns befinden. Es ist mit einer Ausdehnung von 950 km² der zweitgrößte  Gletscher Islands und sein Eis ist über 500 m dick. 


Der Gletschertransporter am Eingang des Tunnels

Das Gletschermobil bewältigt die Strecke vom Basislager, das in 800 m Höhe liegt, bis zum Eingang des Tunnels in 1400 m in etwas mehr als 20 Minuten. Die Firma hat zu Forschungszwecken (und natürlich als  Touristenattraktion)  einen 550 m langen Tunnel in die Eisschicht gebohrt, der bis in eine Tiefe von 40 m führt. Während draußen jetzt hier oben eine Temperatur von etwa 5° C herrscht, ist es im Tunnel ganzjährig um die 0°Celsius.
Als wir in die Röhre hineinmarschieren, sehen wir links und rechts die einzelnen "Jahresringe", die durch den Staub des herabfallenden Regens gebildet wurden. Auf dem Boden liegen Kunststoffmatten, damit wir mit unseren Überschuhen nicht ausrutschen. Mir tun die Leute leid, die sich keine Überschuhe haben geben lassen, denn die haben schon nach dem ersten Fehltritt neben einer der Matten nasse Füße.


Die ersten Meter im Tunnel sind mit Matten belegt.

Einige weitere Impressionen aus dem Gletschertunnel in der kleinen Fotosammlung:
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Gletschertunnel

Nach einigen Metern sind keine Matten mehr auf dem Boden, sondern wir stapfen durch das Eis. An den Wänden sieht man die Staubschichten, die der Schnee hinterlassen hat. Alles sieht ziemlich schmutzig aus.

 
1 1/2 Stunden spazieren wir in verschiedenen Gängen und Tiefen durch den Gletscher. Es ist kalt und nass. Manchmal hört man kein Echo, weil viel Luft in der Harsch-Schicht enthalten ist. An anderen Stellen ist das Eis dicht und ohne eingeschlossene Luftblasen. Dann hallt unsere Stimme dort deutlich. Zum Schluss sind wir froh, dass wir wieder ans Tageslicht kommen, weil wir ganz schön durchgefroren sind.
Auf der Weiterfahrt im warmen Bus tauen wir ein wenig auf  und sind erst wieder zufrieden, als wir eine halbe Stunde später im Café Hraunfossar Barnafoss einen Cappuccino mit warmem Apfelkuchen bestellen und in Ruhe genießen können. Das gefällt uns dann schon besser und wir bestellen einen zweiten, obwohl wir dann keine Zeit mehr haben, den Spaziergang rund um die Wasserfälle vollständig zu absolvieren.
Früher gab es eine Steinbrücke über den Fluss. Der Sage nach verunglückten hier aber zwei Kinder und die Mutter ließ daraufhin die Brücke zerstören.

                                               Spazierwege zum Barnafoss Wasserfall
Ein Stückchen weiter beginnt der Hraunfossar-Wasserfall.
Das ist ein Wasserfall mit einer Länge von über einen Kilometer. Unzählige kleine und größere sprudelnde Quellen treten aus dem Berg hervor, der mit Büschen und Bäumen bewachsen ist. Entstanden ist er vermutlich um das Jahr 800 v. Chr. durch einen Vulkanausbruch mit viel flüssiger Lava. Unter diesen erkalteten Lavaschichten sammelte sich dann Regenwasser und Gletscherwasser und suchte sich einen Weg zum Abfließen. Bei Schmelzperioden und Fluten treten so riesige Mengen von Wasser aus dem Berg aus und fließen in den Fluss Hvita, der dann sogar die umliegenden Felder überschwemmt..  
Um 15:15 Uhr machen wir uns auf den Rückweg, während uns unsere Reiseführerin Angelika etwas über die Landwirtschaft in Island erzählt. Den letzten Stopp machen wir an der Heißwasserquelle Deildartunguhver, die angebohrt wurde, um das 70 km entfernte Akranes und die umliegenden Dörfer mit heißem Wasser zu versorgen.
Die Leitung ist allerdings schon 30 Jahre alt und das 95°C heiße Wasser verliert auf dieser Strecke 20°C. Heute sind die Rohre wesentlich besser isoliert und der Temperaturverlust beträgt nur 2-3°C.
Um 16:00 Uhr fahren wir nach Reykjavik zurück und sind um 17:30 Uhr im Hotel. Zum Abendessen um 18:00 Uhr im Restaurant gibt es eine Tomatensuppe und anschließend Schweineschnitzel mit dem üblichen Gemüse und Kartoffelpüree. Das ist aber ganz ordentlich.

Donnerstag, 19.7. 2018

Es ist wunderbar, einmal nicht früh aufstehen zu müssen und in Ruhe frühstücken zu können. Unser Rückflug nach Deutschland soll um 0:10 Uhr starten und wir sollen deshalb um 22:00 Uhr am Hotel abgeholt werden. Da wir aber bis 11:00 Uhr auschecken müssen, haben wir noch einen ganzen Tag Zeit für die Besichtigung von Reykjavik, was wir ja zu Beginn der Reise wegen des schlechten Wetters nicht konnten. Sehr positiv ist die Möglichkeit, das Gepäck für den ganzen Tag im Gepäckraum im Keller zu deponieren. Das klappt auch prima, denn wir bekommen an der Rezeption eine Zugangskarte zu diesem Raum, sodass wir jederzeit an unser Gepäck können.
Zur Überbrückung der Wartezeit bietet Trendtours zusammen mit der örtlichen Agentur einen halbtägigen Ausflug "Meer erleben" an, den einige Gäste buchen. Wir haben uns stattdessen für den Hop on Hop off Bus entschieden, der für 32,68 € den ganzen Tag durch die Stadt fährt und an 15 verschiedenen Stellen hält. Man kann überall aussteigen und weiß, dass der nächste Bus in 30 Minuten kommt, der einen mitnimmt zur nächsten Attraktion.

Diese Karte bekommen Sie in den meisten Hotels oder auch im Internet auf www.mapofreykjavik.is.  Blau markiert ist auf dem Stadtplan die Fußgängerzone Die rot eingezeichnete Linie ist die Fahrtroute der Hop-on Hop-off Busse. Besser sind natürlich die Haltepunkte auf der Karte zu sehen, die die Firma City Sightseeing im Internet anbietet:
Der Startpunkt ist die Nr.1 an der Harpa Konzerthalle, aber man kann an jeder Haltestelle einsteigen.
Von unserem Hotel Klettur aus ist die nächste Haltestelle die Nr. 15, das ist das Höfti House. Das Gebäude dient als Gästehaus der isländischen Regierung und ist dadurch bekannt geworden, dass sich 1986 Präsident Reagan und Michail Gorbatschow trafen, um den "kalten Krieg" zu beenden.
Als wir dort ankommen, finden wir den Haltepunkt des Busses erst gar nicht, weil die Schilder so tief angebracht sind. Aber der Bus hält freundlicherweise auf halber Strecke, als wir winken und lässt uns einsteigen. So machen wir zuerst einmal eine komplette Rundfahrt und hören uns im Audioführer in deutscher Sprache die Erklärungen zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten an. Wir haben Glück mit dem Wetter: Es ist blauer Himmel  und


Das Höfti House

wir sitzen oben auf dem offenen Bus windgeschützt in der ersten Reihe hinter der Scheibe und können nicht nur wunderbar alles sehen, sondern auch schöne Fotos machen. Das erste ist das stilisierte Wikingerschiff, das der isländische Künstler Jon Gunnar Arnason geschaffen hat. Die Skulptur aus Edelstahl hat den Namen "Sonnenfahrt" und leuchtet je nach Sonneneinstrahlung in unterschiedlichen Farben.

Schließlich steigen wir an der Harpa Konzerthalle aus. Das 43 m hohe Gebäude besteht aus quaderförmigen Teilen und hat als Besonderheit eine wabenartige Umhüllung aus unterschiedlich beschichteten Gläsern, die je nach Sonneneinfall in verschiedenen Farben leuchten.


Die wabenartigen Fenster der Außenwände der Konzerthalle mit Durchblick auf den Hafen

Das Gebäude ist schon beeindruckend, wenn man im Innern die Treppen hinauf- oder hinuntersteigt oder die einzelnen Konzertsäle sieht.


Treppenaufgänge im Innern der Konzerthalle

Wir verzichten auf eine Führung und buchen zwei Tickets für einen Film im Keller über die Wunderwelt Islands. Der ist leider ziemlich enttäuschend, denn die Projektion auf alle vier Wände des Kinos ist einerseits schwierig anzuschauen und andererseits ist die Beleuchtung zu schwach, um wirklich die Farben leuchtend darzustellen. Schade.
Vor der Harpa-Halle entdecken wir dann einen kleinen kostenlosen Shuttlebus, der damit wirbt, die Touristen zur Perlan zu fahren. Das Angebot nehmen wir gerne an und erhoffen uns einige schöne Ausblicke von der Glaskuppel.

Das 25 m hohe Gebäude besteht aus 6 Warmwassertanks, die aus verschiedenen Bohrlöchern mit 85°C heißem Wasser gespeist werden und zur Versorgung von Reykjavik mit heißem Wasser dienen. Auf diese Wassertanks wurde eine Glaskuppel gesetzt, in deren oberster Etage sich ein Drehrestaurant befindet. Das ist zwar ziemlich teuer, aber so hat man abends und in der Nacht natürlich einen fantastischen Blick auf den Himmel und während der Wintermonate auf die Polarlichter.
Im Gegensatz zu unserem letzten Besuch ist heute schönes Wetter und nach einem Cappuccino mit einem Stück Kuchen ( - über die Kosten von 30 Euro schauen wir großzügig hinweg - ) schauen wir uns die Stadt Reykjavik von  der Aussichtsplattform an:
Die Plattform ist leider wegen der Bauarbeiten zu einem Drittel gesperrt. Aber auch ohne diese Einschränkung ist der Ausblick nicht besonders spektakulär. Von dem so toll versprochenen Rundumblick hat man natürlich nicht viel, denn auf der einen Seite sieht man Felder und Berge, auf der anderen den Inlandsflughafen, aber auf der dritten hat man einen ganz schönen Blick über die Stadt:
Man darf natürlich auch von einem Rundblick in 25 m Höhe auf einem Hügel nicht das erwarten, was in anderen Städten von hohen Fernsehtürmen aus sehen kann.
Von der Ausstellung im unteren Bereich "wonders of ice" sind wir nicht so begeistert, weil wir einen solchen Eistunnel am Langjökull schon erlebt haben. Und die Erklärungen in der Multimediashow sind bei weitem nicht so gut wie die von dem Guide, der uns in den Gletscher geführt hat.

Man kann also nur jedem Islandbesucher empfehlen, statt der Show "Wonders of Ice" im Perlan doch lieber eine richtige Gletschertunnel-Tour zu buchen. Die ist zwar teurer, aber auch wesentlich eindrucksvoller und natürlicher.
Schön sind natürlich im Untergeschoss die Fotos von den Vulkanausbrüchen:

Dafür braucht man keinen Eintritt zu bezahlen und mit den Erklärungen unter jedem Foto begreift man die Großartigkeit der Vulkane und ihrer Eruptionen.
Mit dem kostenlosen Shuttlebus fahren wir wieder zurück zur Harpa-Konzerthalle und bekommen einen direkten Anschluss zu einem Hop on - Hop off Bus. Wir überlegen, ob wir am Hafen aussteigen und uns die kleinen Boutiquen anschauen, aber im Vorbeifahren sehen die vom Bus aus gar nicht so toll aus. Die Alternative ist ein Besuch des Nationalmuseums, das uns von vielen Leuten empfohlen wurde. Wegen des schönen Wetters weichen wir aber von unserem Vorhaben ab und  schlendern lieber durch die Geschäftsstraßen der Innenstadt. Im Vergleich zur Vorwoche ist hier jetzt natürlich viel mehr los und wir sind total erstaunt, wie viele Leute in den Cafés oder auch auf den Wiesen sitzen und die Nachmittagssonne genießen.
Auf dem Weg zurück zu unserem Hotel kommen wir am Penismuseum vorbei. Ein Freund hatte uns darauf aufmerksam gemacht und gesagt, wir müssten das unbedingt besuchen, weil es das einzige Museum dieser Art in der ganzen Welt sei.

Die Steine am Eingang sind ja ganz witzig aufgestellt, aber wir sparen uns den Eintritt von 1500 Kronen (=12 €). Wer Interesse daran hat, kann sich die Bilder im Internet anschauen, denn es gibt dazu eine ausführliche Website mit einer Fotogalerie.
Unser letztes Abendessen findet immer noch im gleichen Restaurant statt, zu dem wir pünktlich um 18:00 Uhr erscheinen müssen. Es gibt eine Blumenkohlsuppe und Hähnchenbrust mit dem üblichen Gemüse.
Den Rest des Abends verbringen wir in der Bar des Hotels. Wir hätten natürlich auch noch in eine Bar in Reykjavik gehen können, denn in der Stadt ist abends immer viel Betrieb. Allerdings ist es so, dass erst abends gegen 23:00 Uhr in den Kneipen oder Bars die richtige Stimmung herrscht und die Studenten - von denen es hier genügend gibt - feiern dann meist bis 04:00 Uhr oder 05:00 Uhr in der Frühe.
Ich habe bei meinem Reisebericht immer ausgelassen, was wir abends gemacht haben und an den einzelnen Tagen den Bericht jeweils nach dem Abendessen enden lassen. Aber es wäre ja schade, wenn Sie abends nach Ihren Besichtigungstouren nichts mehr unternehmen würden. Deshalb möchte ich zum Schluss noch einen wichtigen Tipp anführen:

Das Couponbuch:
Da Island ziemlich teuer ist, sollte man die Coupons nicht verachten, denn in den meisten der dort aufgeführten Restaurants bekommt man zwischen 15-30% Rabatt auf die Speisen und in den Bars zwei Bier für eins, das man bezahlt. Da läppert sich schon einiges zusammen, wenn man einige Tage dort ist.
Das kostenlose Couponbuch liegt nicht nur im Flughafen aus , sondern an vielen touristischen Informationsstellen und Hotels. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.
Man kann es natürlich auch im Internet bekommen, denn dort hat die Firma Islandic Coupons eine eigene Website.
Interessant ist auch die App, die die Firma anbietet. Sie können sie bei Google Play oder im App Store herunterladen. Damit haben Sie kostenlosen Zugang zu allen Coupons. Benutzen Sie z.B.  folgenden Code: EUROPCAR224


Die Coupons eignen sich vor allem für die eingezeichneten Punkte in Reykjavik

Pünktlich um 22:00 Uhr kommt der Bus, der uns zum Flughafen nach Keflavik bringt. Eine Stunde später stehen wir in der langen Warteschlange und erhalten unsere Bordkarten für den Rückflug nach Hamburg. Die Maschine soll um 0:50 Uhr abfliegen, aber der Pilot wartet noch 20 Minuten. Er sagt, es sei besser, hier noch 20 Minuten auf dem Flughafen zu stehen als über Hamburg zu kreisen, denn er dürfe dort nicht von 06: 00 Uhr am Morgen landen. Das klappt dann auch genau so. Um 3 Minuten nach sechs setzen wir auf der Landebahn auf und genehmigen uns zum Frühstück einen Cappuccino und ein Croissant, bevor wir um 8:15 Uhr nach Düsseldorf weiterfliegen. 40 Minuten später sind wir dort und unsere Koffer rollen als erste auf dem Gepäckband an. Super - so etwas haben wir noch nie erlebt.
Das war´s von Island. Ich hoffe, der Reisebericht hat Ihnen gefallen und es sind ein paar brauchbare Informationen für Sie dabei, wenn Sie vorhaben, die Insel zu besuchen.  Vielleicht haben Sie aber auch Interesse an anderen Reiseberichten von mir. Schauen Sie doch mal auf meine Reiseseite!

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