Reisebericht: Stopover in Kuala Lumpur und Ausflug nach Melaka (Malakka) - Reiseberichte von Hawaii und anderen Trauminseln

Maui Hookipa Strand

Reiseberichte von Paul Tresselt

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Reisebericht: Stopover in Kuala Lumpur und Ausflug nach Melaka (Malakka)

Reiseberichte
Wer einen Urlaub   in Bali gebucht hat, hat verschiedene Flugmöglichkeiten. Wir hatten uns   entschieden, mit Singapore Airlines zu fliegen, weil wir einen Stopover   in Kuala Lumpur auf dem Hinflug machen wollten. Danach sollte es nach   Bali und Lombok gehen, von wo wir anschließend nach Singapur   weiterfliegen wollten, um dort einen Stopover zu machen, bevor es wieder   zurück nach Hause geht.
Wenn man mit dem Google -   Routenplaner die Strecke von Düsseldorf nach Kuala Lumpur in Malaysia darstellen lässt, ist man erstaunt, dass man die gesamte Fahrstrecke   tatsächlich mit dem Auto zurücklegen kann.
Es sind dann 14050 km, für   die man laut Google 169 Stunden benötigt.
Schneller geht es natürlich mit dem Flugzeug, wobei Malaysia Airlines   die Strecke von 9937 km  als einzige Fluggesellschaft   mit einer Direktverbindung von Frankfurt aus in 12 1/2   Stunden bewältigt.
Flug nach Kuala Lumpur
Mittwoch, 2.10.2013
Weil wir Lufthansa Meilen sammeln,   fliegen wir lange Strecken immer mit Flugzeugen der Star Alliance. So   kamen die Malaysia Airlines für uns nicht in Frage. Um 12:35 Uhr starten   wir in Frankfurt mit dem A 380 von Singapur Airlines und sitzen in einer   Zweierreihe im Oberdeck der riesigen Maschine. Das wussten wir bisher   auch nicht, dass es im Oberdeck auch Economy-Plätze gibt. Der Service   ist erstklassig und wir sind sehr zufrieden.
Donnerstag, 3.10.2013             
Die Klimaanlage ist recht kühl. Nach 12 1/2 Stunden und ruhigem Flug   landen wir in Singapur. 26°C schon morgens um 06:35 Uhr. Die Bullaugen   beschlagen sofort von der Luftfeuchtigkeit.
Der Flughafen ist nicht umsonst einer der schönsten der Welt:   Orchideengärten empfangen uns; überall auf den Gängen blüht es,   dazwischen gibt es farblich gestaltete Ruhezonen und Sanctuarien.
Neben bequemen gepolsterten Sesseln an den Gates und in den   Wartebereichen finden wir sogar Liegen.  Wir sind total begeistert   und probieren sie sofort aus, denn unser Weiterflug nach Kuala Lumpur   geht erst in einer Stunde. Aber ziemlich warm ist es doch, wenn es auch   im klimatisierten Bereich auszuhalten ist.
Der nächste Flug nach Kuala Lumpur hat wieder 40 Minuten Verspätung.   Aber uns kratzt jetzt nichts mehr. Das Einchecken geht total gelassen   vor sich, wir haben die Sitze 41 H+K in einem Airbus 330-300, der bis   Reihe 68 voll besetzt ist.
Kuala Lumpur
                 
Nach wiederum 40 Minuten Flugzeit für die 280km Entfernung landen wir in   Kuala Lumpur bei diesigem, aber schwülem Wetter. Es dauert endlos, bis   wir die Landeposition erreicht haben. Beim Stillstand der Maschine kommt   die Durchsage: "Passengers Paul and Inge Tresselt, please check the   baggage lost and found at the baggage claim C." Wir ahnen, was los ist,   sind aber zumindest beruhigt, dass man uns vorher darüber informiert,   dass unser Gepäck nicht mitgekommen ist. Wie lange und enttäuscht hätten   wir sonst am Gepäckband gestanden!
Erst muss etwas Geld umgetauscht werden: Hier in Malaysia wird mit Ringgits bezahlt. 100 MYR sind 25 Euros.   Wir   lösen einen Taxi-Coupon am Schalter und fahren für 74,30 Ringgit ( = 18   Euro) die 55km vom Flughafen in das Zentrum zum Traders Hotel. Das ist   für die Strecke sehr preiswert und wir fin-den es gut, dass die Preise vorher festgelegt   sind. Glücklicherweise können wir bereits kurz vor 12 Uhr unser   wunderschönes Zimmer 2619 im 26. Stock beziehen.  Mit den warmen   Klamotten, die wir noch aus Deutschland anhaben, sind wir erst einmal zufrieden, überhaupt in ein   klimatisiertes Zimmer zu kommen, aber als Inge die Gardine zurückzieht,   sind wir buchstäblich von den Socken: Ein phänomenaler Blick auf die Petronas Towers eröffnet sich uns. Ein   besseres Hotel hätten wir gar nicht finden können, denn der Blick nach   unten in den City Park und die Wasserspiele davor entschädigen uns   sofort für die Ankündigung, dass unser Gepäck erst um Mitternacht   erwartet wird.

Blick auf die Petronas Towers vom Fenster im 27. Stock des Traders   Hotels aus
Was soll´s? Wir legen erst einmal die Füße und wollen dann die Stadt   erkunden. Erst müssen wir einen kräftigen Regenguss abwarten, dann   spazieren wir zu den Petronas Towers, schauen ein wenig in das City   Center und suchen die nächste Haltestelle für den Bus. Aber in den   warmen Herbstklamotten, die wir noch vom Flug her tragen, wird es   schnell verflixt heiß, als wir gegen Abend zu Fuß bei 30° C zur Jalan   Yap Kwan Seng laufen, weil dort ein Tony Roma´s Restaurant sein sollte,   das wir doch wegen der "world-famous babyback ribs" so lieben. Eine   Baustelle erwartete uns stattdessen, so mussten wir frustriert und   hungrig zurückmarschieren. Und das im Dunkeln über Straßen ohne   Bürgersteige oder mit aufgerissenen Löchern. Nass geschwitzt kamen wir   im Hotel an und haben uns zum Ausgleich das fantastische Buffet im 5.   Stock gegönnt, das mit 98 Ringgit (+ 6% Steuern und 10 % Bedienung = 28   €) günstiger als erwartet war. Nur das Glas Tiger-Bier schlug mit 7,20   Euro kräftig zu Buche. Unverschämt, wo im Supermarkt das Sixpack (!) 28   Ringgit (= 7 €) kostet.
Aber danach von unserem Zimmer aus der Blick auf die nächtlich   erleuchteten Petronas Twin Towers: Wow! Fantastisch!

Das machte   alles wieder wett. Also wer in Kuala Lumpur ein Hotel sucht, der   sollte sich für das Traders Hotel und ein Zimmer mit Towerblick   entscheiden, denn etwas Besseres gibt es hier nicht.
Auf der Webseite des Hotels gibt es alle Infos: http://www.shangri-la.com/kualalumpur/traders/
Kein anderes Hotel hat einen solchen direkten Blick auf die Twins.   Ich habe außerdem eine Beurteilung des Hotels bei Holidaycheck und im Tripadvisor geschrieben. Da finden Sie noch viel mehr Einzelheiten über das Hotel.

Um 22:20 Uhr kommt unser Gepäck an. Gott sei Dank! Endlich etwas   Leichtes zum Anziehen. Jetzt kann der Urlaub beginnen!
Freitag, 4.10.2013
Am nächsten Morgen genießen wir ausgiebig das tolle Frühstücksbuffet   und machen uns um 10:00 Uhr auf den Weg, um mit dem Hop on - Hop   off - Bus die Stadt zu erkunden. Für 45 Ringgit (=11,25 €) lösen   wir zwei Tickets und wollen erst einmal in zwei Stunden die   wichtigsten Sehenswürdigkeiten kennenlernen, um danach zu   entscheiden, wo wir aussteigen und uns etwas näher anschauen   wollten. Natürlich haben wir mit dem Verkehr und den Staus nicht   gerechnet. Der Bus braucht nämlich 3 1/2 Stunden, bis er an dem KL   Tower ankommt. Das ist mit 421 m einer der größten Fernsehtürme der   Welt und der muss von uns erklommen werden. Schließlich waren wir   auf allen großen Türmen dieser Welt und wollen diesen nicht   auslassen. Das Ticket ist unverhältnismäßig teuer: 99 Ringgit (=25   €). Dafür kann man bis zum Open Deck in 300m Höhe fahren. Vom Burj   Khalifa in Dubai weiß ich, dass man nur ohne Glasscheiben vor der   Kamera schöne Fotos von einer Stadt schießen kann, deshalb will   ich unbedingt über das Observation Deck in 276 m hinaus. Dafür   müssen wir erst Formulare ausfüllen und erklären, dass wir jedes   Risiko auf uns nehmen werden. Alles ist sehr kompliziert, weil die   einzelnen Fahrstühle zu unterschiedlichen Decks hinauf fahren.
Oben ist nur ein Pärchen außer uns, aber der Blick auf die Stadt ist   sehr schön. Leider sind wegen des Standortes die Petronas-Towers   kaum als Doppeltürme zu erkennen. Aber das weiß man halt vorher   nicht.

Der Rückweg zum Hotel dauert wegen der Staus unendlich lang und zu   allem Überfluss ist nebenan alles gesperrt, weil der chinesische   Ministerpräsident zu Besuch ist.

Abends wandern wir zu Fuß zum Pavilion-Shopping Center und entdecken   diesmal auch die Fußgängerbrücke, die uns den Weg um 20 Minuten   verkürzt. Überall findet man Pubs und Restaurants, es ist richtig   viel los, die Leute sind in Kauf- und Esslaune. Das Essen ist   verhältnismäßig preiswert, von 2,50 € bis 25 € reicht die   Preisspanne für ein Mittagessen.  Es ist nicht zu scharf und   lecker. Schweinefleisch gibt es nirgendwo, auch nicht bei uns im   Hotel; in den Feinkostläden in den Shopping-Centern wird allerdings   alles angeboten: von der italienischen Fenchelsalami bis zum   französischen Roquefort bleibt kein Wunsch offen. Die Preise sind   hoch - auch beim Obst, fast wie bei uns. Interessant sind auch die   Menschen um uns herum: viele Touristen mit Fotoapparaten, aber kaum   Europäer, fast alles Asiaten. Wer eine helle Haut hat, ist meist   Australier. Auffallend viele kleine Typen, entsprechend sind auch   die Kleidergrößen in den Geschäften. Als Europäer kann man hier   keine Klamotten kaufen, denn die entsprechenden Kleidergrößen sind   vielfach nicht vorhanden. T-Shirts kosten nur 2,25 €, die gibt es in   allen Größen, weil sie auch für Touristen gemacht sind. Mehr als   T-Shirts, einfache Badelatschen und leichte Hosen braucht man hier   eigentlich nicht.

Eigentlich hatten wir uns vom Central - Market mehr versprochen,   zumal der im Reiseführer als sehenswert beschrieben war. Aber er war   enttäuschend; alles nur für Touristen;   billige nachgemachte Produkte aus China gibt es überall: Uhren   kosten 2,50 €, die Ice-Watch ist mit 4,50 € etwas teurer, die Rolex  mit 10 € am teuersten
Es ist allerdings verflixt heiß. Ein Spaziergang oder Schaufensterbummel im Freien ist eine Qual, wir merken das am nächsten Tag, als wir uns auf eigene Faust zur Besichtigungstour aufmachen. Wir flüchten uns in den Schatten oder in klimatisierte Shopping-Center. Dort ist es angenehm und das wissen auch alle Leute, denn überall ist viel Betrieb. Hier ein Video-Blick in das Suria-Shopping Center:
Es weht überhaupt kein Wind, das machen die 35°C gefühlt noch  heißer. Abends kühlt es kaum unter 30°C ab.
Kuala Lumpur hat nicht viele Sehenswürdigkeiten. Die Stadt ist  zergliedert durch Autobahnen (teilweise mit mehreren Spuren übereinander),  Monorail, Betonüberführungen, Kanäle und die beiden stinkenden Flüsse, die man  jeweils in ein Betonbett gepresst hat. An Fußgänger wurde gar nicht gedacht, die  müssen sich auf schmalen, kaputten oder fehlenden Bürgersteigen zurechtfinden,  über die zudem die Moped- und Rollerfahrer sausen. Fahrräder haben wir überhaupt  nicht gesehen, auch keine Elektroroller wie in China. Hier herrschen protzige  Autos als Verkehrsmittel vor. Allerdings hupt kaum jemand, das ist erstaunlich;  alles geht total gelassen vor sich: man wartet einfach, bis es weitergeht. Nur  die Motorräder warten nicht, sie schlängeln sich an allen anderen Fahrzeugen  vorbei und kommen immer weiter. Mit dem Energiesparen und dem Umweltschutz ist  es hier noch nicht so weit gediehen; überall staut sich der Verkehr.
Nur wenige wirklich schöne Straßenzüge habe ich gesehen. Eine Ausnahme ist der Blick vom Unabhängigkeitsdenkmal mit dem einstmals höchsten Fahnenmast der Welt (100m) auf dem Independence-Place in Richtung auf den KL-Tower. Der Platz ist auf dem Bild zu sehen.  Im Vordergrund ist das Textilmuseum, dahinter der Fernsehtower und auch die Petronas Twins.

Hier haben sich die Stadtplaner aus Prestigegründen und Nationalstolz viel Mühe gegeben, um einmal optisch ansprechende Fassaden zu gestalten. Ansonsten ist alles sehr zweckmäßig konstruiert. In der Nationalgalerie haben wir uns ein Modell angesehen, was bis 2050 alles geschaffen werden soll: nur neue und noch höhere Wolkenkratzer. Dabei sind in den Außenbezirken so nette kleine Häuschen zu sehen.
Am Abend spazieren wir zu Fuß zum Pavilion Shopping Center, das über eine Fußgängerbrücke in 15 Minuten erreichbar ist. Hier ist jetzt am Wochenende viel los; alle Pubs sind voll.

Verkehr auf der Straße vor dem Eingang zum Pavilion Shopping Center
Samstag, 5.10.2013
Um 9:00 Uhr sitzen wir beim tollen   Frühstücksbuffet und um 11:00 Uhr auf der Bank vor dem Mandarin   Oriental Hotel, um von dort aus mit dem Hop on - Hop off - Bus eine   Rundfahrt zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zu machen. Die City   Tour mit 22 Haltestellen ist eine prima Sache: Man kann überall   aussteigen, sich etwas anschauen und irgendwoanders einsteigen. Die   Busse fahren alle 20 Minuten.
Das Ticket für einen Tag kostet 45 Ringgit (= 11  €), aber der Bus ist total überfüllt und wir sind froh, der eng aneinander  gepressten Menschenmenge entronnen zu sein, als wir endlich am Central Market  aussteigen. Den Billigmarkt für Souvenirs kennen wir schon von  gestern und verzichten auf einen Besuch. Dafür gehen wir zu Fuß zum indischen  Tempel, wo wir uns erst einmal die Schuhe ausziehen müssen und dann lautstarke  Trommeln, Glockentöne und laute Gespräche miterleben, weil die anwesenden Inder  in Gebetshaltung verfallen und zwischen dem Qualm der Räucherstäbchen von Altar  zu Altar wandern, um irgendeiner Gottheit die Ehre zu erweisen.
Danach spazieren wir am River Kelang   entlang, geben ein Interview für malaysische Schüler  und   marschieren zu Fuß zur National Mosque, die aber wegen des   Gottesdienstes erst um 15:00 Uhr wieder geöffnet ist. Das war also   umsonst. Ein Stückchen weiter aber ist der Bird-Park; der soll der   größte Vogelpark auf der Welt mit frei fliegenden Vögeln sein. Die   48 Ringgit als Eintritt lohnen sich allerdings nur für Vogelfreunde,   die fotografieren wollen. Man kann sich unter den großen Netzen frei   mit den Vögeln bewegen; ziemlich heiß ist es trotz des Schattens.   Die exotischen Vögel sind alle in Käfigen und die frei   herumlaufenden Vögel machen nicht gerade einen gepflegten Eindruck.   Wahrscheinlich kann man die Vögel auch anderswo in der Welt gut   beobachten.
Um kurz nach 22:00 Uhr sind wir wieder im Hotel  und besuchen im 33. Stock die Sky-Bar, von der so viel Reklame gemacht wird.
   
Die Skybar im 33. Stock des Traders Hotels in Kuala Lumpur
Wir sind enttäuscht, denn die Bar ist von den Rauchern   verqualmt und der Blick auf die Petronas ist nicht besser als von   unserem Zimmer aus.
Ausflug nach   Melaka (Malakka)

Sonntag, 6.10.2013
Für heute haben wir uns einen Wagen   mit Fahrer und Deutsch sprechendem Reiseleiter gemietet. Es gibt wie   überall in den Städten freiberufliche Reiseleiter oder auch   Taxifahrer, die diesen Job gern machen. Man braucht nur einen   Taxifahrer oder einen Angestellten im Hotel zu fragen und bekommt   dann entsprechend viele günstige oder weniger günstige Angebote.
Pünktlich um 10 Uhr steht Raja mit seinem Minibus vor der Tür und es   geht los in Richtung Süden nach Malakka, der alten Stadt, von der   aus die Piraten die Straße von Malakka unsicher machten und   teilweise in moderner Form jetzt auch noch machen. Der Ort heißt   heute Melaka, wurde 2008 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt   und soll sehr schön sein.
Wir packen unsere Koffer mit ins Auto, weil wir nicht mehr ins Hotel   zurückkommen, denn unser Flieger geht spät am Abend weiter nach   Denpasar.
Inzwischen kenne ich schon ein paar malaysische Wörter, denn auf   unserer Fahrt nach Melaka habe ich Zul, unseren einheimischen   Reisebegleiter, den wir für die Fahrt engagiert haben, ausgefragt.   Der heutige Sonntag eignet sich ganz gut, denn es ist nicht so viel   auf den Straßen los und wir hoffen, nicht in einen Stau zu kommen.   Zul (das ist nur der Anfang seines Namens - der Rest ist   unaussprechlich) ist als 10jähriger nach Berlin gekommen, ist dort   zur Schule gegangen und lebte 14 Jahre in Deutschland. Er spricht   einwandfrei Deutsch und erzählt uns viel über seine Landsleute, die   Politik, die Religionen und das Zusammenleben der Tamilen, Malaien,   Indonesier und Chinesen, die dieses 28-Millionen-Volk in Malaysia   bilden. Man weiß recht wenig über dieses Land und ist erstaunt, dass   es ein Königreich ist. Der König wird alle 5 Jahre gewählt, der   abwechselnd aus den Reihen der 9 Sultane gewählt wird.
Lachen mussten wir natürlich, als Zul auf die Frage nach Korruption   in Malaysia uns ein einfaches Beispiel gab: "Wenn ich als   Reiseleiter bei einer Gruppe aus Thailand an der Grenzkontrolle in jeden Reisepass 2 Ringgit lege, geht die Abfertigung des Busses   ziemlich schnell, gebe ich die Pässe ohne eingelegte Geldscheine ab,   dauert die Abfertigung drei Stunden. So ist das nun mal."
Ebenfalls erstaunt sind wir über die an uns vorbeirasenden   Motorräder, die uns laufend links und rechts und über den   Standstreifen auf der Autobahn überholen, wo doch hier eine   Geschwindigkeitsbegrenzung von 110 km/h herrscht, an die sich Radja,   unser Fahrer, auf der mittleren Spur strikt hält.
Die Motorradfahrer   sausen auch an Polizeiautos vorbei. Das sei ebenso, erklärt uns Zul  mit einem weiteren Beispiel: "Wenn du bei der Polizei anrufst und meldest, dass  bei dir eingebrochen wurde oder du überfallen und ausgeraubt wurdest, sagt man  dir, du sollst am nächsten Tag auf der Wache vorbeikommen, sie seien mit Arbeit  zur Zeit überlastet. So ist das nun mal." Deshalb gebe es auch überall in den  Wohnhäusern oder Stadtteilen private Wachleute und Security. Die Sicherheit sei  zwar Sache der Polizei, aber sie würde sie eben nicht machen.
So erfahren wir noch viele interessante Details über das  Schulsystem, Gehälter, Steuern und Lebensweise. Am meisten regt er sich über die  Verteuerung des Sprits auf (bisher 1,92 Ringgit, jetzt 2,05 Ringgit = 51  Eurocents pro Liter) und die 6% Mehrwertsteuer auf. Für uns natürlich  Traumbeträge. Aber dort verdient ein Bauarbeiter umgerechnet 400 Euro im Monat,  ein Lehrer auch, ein Arzt 1000 -1500 €. Alles ist halt relativ, auch hier müssen  Mann und Frau beide arbeiten, wenn sie sich etwas leisten wollen. Und 55 % der  Studenten an den Unis sind inzwischen Frauen.
Malaysia ist kein Entwicklungsland mehr und die 22 Millionen  Einwohner wollen nicht mehr die "Drecksarbeit" machen. So arbeiten inzwischen  mehr als 3 Millionen Gastarbeiter legal und wer weiß wie viele illegal in den  Palmöl-Plantagen, Kautschukplantagen, im Wohnungsbau, Straßenbau und den Minen  und Raffinerien. Die mulikulturelle Gesellschaft  aus Malaien, Indonesiern,  Tamilen und Chinesen verträgt sich gut und lässt auch jedem seine religiöse  Freiheit. Viel Geld wandert in unerfindliche Tiefen des Staatsapparates und in  die Taschen einflussreicher Beamten und Politiker - wie überall in Asien.
In Malakka besuchen wir als erstes ein typisches malaysisches  Haus, wobei wir wieder über die Blütenpracht staunen. Zul erklärt uns die  Eigenarten der Bauweise und warum wir die Schuhe ausziehen müssen.

Die Leute, die hier wohnen, kümmern sich nicht um uns; sie sind  gewohnt, dass Reiseleiter mit Touristen umherspazieren. Schließlich bekommen sie  anschließend ein kräftiges Trinkgeld dafür. Eine Frau liegt auf dem Sofa und  streckt uns ihren Hintern entgegen, ein Mann mit nacktem Oberkörper sitzt im  Wohnzimmer und traktiert sein Handy. An den Wänden befinden sich viele alte  Fotos und Erinnerungsstücke.
Wir fahren weiter in die Innenstadt von Melaka, wo uns Zul  eine Mittagspause gönnen will. In einer Nebenstraße gehen wir in einem alten Herrenhaus  essen, das zu einem Restaurant umgebaut wurde.   Wir sind zum ersten Mal allein in fremder Umgebung und auf uns  selbst gestellt,   denn  unser Reiseführer geht in der Stadt Verwandte besuchen. Im Restaurant spricht  keiner Englisch.   Wir studieren die Speisekarte, werden aber nicht recht schlau  daraus, weil alles nur in Malaysisch oder Chinesisch angegeben ist.
Immerhin  wird chicken, fish und beef verstanden wird und beer auch, sodass uns ein kühles  Tiger-Bier sehr gut zum malaysischen Lunch schmeckt. Es gibt Huhn, Fisch und  Fleisch mit chinesischem Kohl und Reis. Alles ist gut gewürzt und schmackhaft.
Hinterher soll man sich die Hände waschen und keinesfalls spucken.
Das im Reiseführer hochgelobte Weltkulturerbe in der Altstadt sieht   ziemlich verfallen aus. Man kann die Reste der alten   Befestigungsmauer und die Porta di Santiago besichtigen. Es ist   wenig aus dem 16.Jahrhundert übrig geblieben.

Weltkulturerbe der UNESCO: Porta di Santiago  in Malakka
Oben auf dem Hügel findet man in der Ruine der St. Paul´s Church alte Grabplatten mit holländischen Inschriften, die die nächste Generation der Eroberer dieser alten Piratenstadt dokumentieren. So liegen rundherum auf den Friedhöfen die alten Relikte verschiedener Völker, die schließlich alle von den Engländern besiegt wurden.

Grabplatten mit holländischen Inschriften in der Runine der St. Paul´s Church
Die Engländer machten dann auch das alte Stadthuis der Holländer auf dem roten Platz zu ihrem Offiziersclub. Das stattliche rote Gebäude wird gerade restauriert und auch in die Christchurch können wir nicht hinein, die als ebenfalls rot gestrichenes Gebäude das Altstadtzentrum markiert, das 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe deklariert wurde.

Die Christchurch  mit dem alten Offiziersgebäude in Malakka
Hier ist vieles restauriert, manches aber nur rot angestrichen worden, auch die kleinen Häuschen der meist chinesischen Händler sehen ganz nett aus, aber ansonsten sind die Bürgersteige voll von Touristen aus China oder auch von Malaysiern aus Singapur, die hierhin ihren Sonntagsausflug machen. Für sie ist eine Fahrt in einer der vielen bunten Rikschas mit den riesigen Schmetterlingsdächern und lauter Musikanlage.

Rikschafahrer warten auf Kundschaft
Andere haben Spaß an einer Bootsfahrt über den stinkenden Malakka River, den man zu diesem Zweck extra gestaut hat. Zul erklärt uns allerdings, dass es mit dem Geruch schon deutlich besser geworden sei.

   Bootsfahrt über den gestauten Malakka River
An den Flussufern hat man einen River-Walk mit Geschäften und Restaurants angelegt, der aber kaum genutzt wird. Einerseits ist ein Spaziergang dort wenig attraktiv, andererseits ist auch verflixt heiß in der Sonne.

Flanierwege an den Ufern des aufgestauten Malakka Rivers
Die Hitze spüren wir jedenfalls auf unserem windstillen Sonntagnachmittags-Spaziergang heftig und müssen uns in den Schatten oder in die chinesischen Souvenirbuden flüchten, um ab und zu wenigstens einmal einen Ventilator zu finden, der unsere schwitzenden Körper ein wenig belüftet. Hauptsächlich flanieren alle über die Jonker-Street, auf den schmalen Nebenstraßen ist nichts los und bei den Besuchen in der ältesten Moschee Malaysias oder auf dem Friedhof sind wir die einzigen Besucher.

Der Jonker Walk ist die Haupt-Touristenmeile in Malakka
Vielleicht ist ja abends hier mehr los, so ist aber unser Ausflug hierhin nicht besonders interessant, auch das portugiesische Viertel ist trostlos, in das wir anschließend fahren. Es liegt am Meer, aber hier an der Straße von Malakka kann man nicht baden, der Strand ist kilometerweit voll Schlick und flach. In der Ferne sieht man nur den ungeheuren Schiffsverkehr, der sich wie eine Ameisenstraße am Horizont entlang windet.
So verlassen wir am späten Nachmittag Melaka und fahren zurück nach Kuala Lumpur.
Wegen des zeitweise gesperrten Flughafens Denpasar können wir erst um 23:30 Uhr von Kuala Lumpur abfliegen. Unser Reiseführer Zul bringt uns noch zum Flughafen und hilft uns, in der riesigen Menge der Leute, die mit Malaysia Air fliegen wollen, den richtigen Check-In zu finden. Trotzdem sind wir ganz zufrieden, dass sich die Warteschlange schnell abbaut und wir unsere vorbestellten Plätze bekommen.
Nach mehreren und doppelten Kontrollen hebt aber die vollbesetzte Maschine pünktlich ab und landet 2 Stunden und 50 Minuten später in Denpasar. Jetzt sind wir in Bali und in Indonesien.
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